Crkvena opština u Cirihu eparhija Austrijsko-Švajcarska
Светотројични храм
Светоуспенски храм

Вести

02.3.2015.

Недеља Православља у Цириху

Недеља Православља у Цириху

1. март, 2015

Ове године је домаћин вечерњег богослужења у недељу Православља била Српска православна црква. Вечерње је служено у Светоуспенском храму са почетком у 17.00 часова. Служили су. Протојереј-ставрофор Емануил Симандиракис, цариградска (грчка) патријаршија, протојереј Михаил Цеман, московска (руска) патријаршија, протојереј Ромика Елноу, румунска патријаршија и свештенство светотројичног и светоуспенског храма српске патријаршије: архимандрит Козма Буел, протојереј Мирослав Симијоновић, јереј Симеун Продановић, јереј Бранимир Петковић и ђакон Бране Сарић. Певао је циришки византијски хор под вођством др. Павлоса Анагностиса у којем, поред грка пева и неколико српских љубитеља византијске музике.

Пригодну проповед је одржао о. Мирослав а у продужетку је одслужен помен свим пострадалим православним хришћанима на блиском истоку, Украини и свуда где страдају људи ради имена Господа Исуса Христа.

Након молитве, по устаљеном обичају, домаћини су приредили за све присутне посно послужење у црквеној сали. Благодаримо чланицама Кола српских сестара на труду око припремања хране и усрдном послужењу гостију.

 

Следеће године је домаћин парохија храма Христовог васкрсења московске пратријаршије. 

 

Проповед

 

Sonntag der Orthodoxie, 01. März 2015 


Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes


Sehr verehrte hochwürdige Väter, liebe Brüder und Schwestern


Gott sei Dank, dass wir uns seit 2005 regelmässig am Sonntag der Orthodoxie treffen, um vereint zu beten und gestärkt in dieser gesegneten Gemeinsamkeit die gegenseitige Anteilnahme erfahren zu dürfen. Wir gehören alle verschiedenen Orthodoxen Kirchen an, seien es Kirchen des byzantinischen oder des orientalischen Rhytus. Unterschiedlich zu sein, muss nicht immer einen negativen Charakter haben. Unterschiedlich zu sein ist eine Gabe Gottes, denn jedes menschliche Wesen ist unterschiedlich, einzigartig in seiner alltäglichen Führung des irdischen Lebens und auch in seiner Wahrnehmung von Gott.

Dennoch ist die Unterschiedlichkeit im Kontext von Uneinigkeit und Streitigkeiten innerhalb der Östlichen Orthodoxen Kirche Ursprung schwerwiegender Folgen für die Orthodoxie im Osten, welche wir auch in unserer Zeit schmerzlich wahrnehmen. Aus Zeitgründen möchten wir heute Abend nicht näher auf die Gründe für die Unterschiedlichkeit unter den Orthodoxen im Verlauf der Geschichte eingehen. Ich möchte an diesem Tag – dem Sonntag der Orthodoxie – einzig darum bitten, dass jeder von uns für einen kurzen Augenblick darüber nachdenkt: Inwiefern hat die Uneinigkeit unter den Orthodoxen im Osten auf die Selbstzerstörung der eigenen Orthodoxen Wurzeln eingewirkt.

Einerseits verschwinden im Osten Christen täglich. Die Wiege der Orthodoxie und des Mönchtums – das gefeierte Ägypten, Palästina, Syrien und Kleinasien -, weinen um die Heiligtümer in denen es keine Christen mehr gibt. Diese Länder haben die Charakteristik des Orthodoxen Christentums verloren. Andererseits sind die Orthodoxen Christen nach 1500 Jahren noch immer uneinig. Die Welt kümmert sich um die Erhaltung einer Vielzahl von exotischen Tieren und Pflanzen, während die Spur des ursprünglichen Christentums im Osten langsam und unaufhaltsam von der weltlichen Bühne verschwindet. Sogar wir Orthodoxe Christen geben uns immer noch den Wunden der Vergangenheit hin und sind nicht in der Lage die Wunden des Stolzes aus der Vergangenheit zu heilen. Während die Städte der antiken christlichen Kultur unter die Herrschaft der Arabern vielen, haben sich die Christen gegenseitig erbittert wegen unterschiedlichen eher intellektuellen Interpretationen vernichtet. Es gab auch jene, die weitsichtig erahnt haben, wohin diese Uneinigkeit führt, aber sie waren ausserstande, das Feuer der Zwistigkeiten unter den Menschen zu löschen.

Wir sind nicht dazu berufen, die Frage der Unterschiedlichkeit zu erörtern, wir sind aber alle durch unseren Herrn Christus dazu aufgerufen, einander zu lieben und zu achten.  Wir sind dazu berufen, sogar jene zu lieben, die sich gemäss unserer Auffassung von uns unterscheiden.

Lass die Liebe Christi, meine lieben Väter, Brüder und Schwestern, das Fundament unserer Freundschaft in all unserer Unterschiedlichkeit sein. Lassen wir unseren Herrn in unseren Herzen sprechen und lass unseren Herrn durch Seine Liebe unsere intellektuellen, theologischen Interpretationen erleuchten. Nur dann können wir in allen anderen, aber auch in uns selber Kinder Gottes erkennen, die unser Herr vorbehaltlos liebt. Amen.